Birmingham: Leichtathletik-EM startet mit deutschen Medaillenhoffnungen

Deutsche Athletinnen in den Vorrunden
Die Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham hat begonnen und verspricht eine Woche voller Wettkämpfe, bei denen täglich Goldmedaillen vergeben werden. Insgesamt 50 Entscheidungen stehen in den sieben Tagen an. Das deutsche Team, bestehend aus 114 Athletinnen und Athleten, tritt im Alexander Stadium gegen die europäische Konkurrenz an. Die Übertragungen erfolgen durch ARD, ZDF und Eurosport.
Am ersten Wettkampftag traten mehrere deutsche Sportlerinnen in den Vorrunden an. Im 100-Meter-Lauf der Frauen verpasste Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) das Halbfinale. Sie erreichte mit 11,47 Sekunden den 18. Platz in den Vorläufen. Ihr Rennen fand bei Windstille statt, während andere Läufe von Rückenwind profitierten, was die Zeiten auf dieser Distanz erheblich beeinflussen kann. Für die 21-jährige Chelsea Kadiri war dies der erste Auftritt auf einer großen Bühne.
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Die schnellste Vorlaufzeit über 100 Meter erzielte Boglarka Takacs aus Ungarn mit 10,93 Sekunden, unterstützt durch 3,2 Meter pro Sekunde Rückenwind. Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) stiegen erst am Sonntagabend in die Halbfinals ein.
Halbfinals und weitere Wettbewerbe
Im 100-Meter-Halbfinale der Frauen schaffte es kein deutsches Duo ins Finale. Gina Lückenkemper lief 11,28 Sekunden und belegte insgesamt den 15. Platz. Sie hatte in den Wochen vor der EM mit den Nachwirkungen eines Zeckenbisses zu kämpfen. Rebekka Haase erreichte in ihrem Rennen 11,36 Sekunden und landete auf dem siebten Rang. Das Finale am Montagabend gewann Amy Hunt mit 11,00 Sekunden. Gina Lückenkemper äußerte sich, dass der Zeckenbiss sie länger begleitet habe und ihr Gleichgewichtssystem beeinträchtigt war, was sich auf die ersten 30 Meter ihres Laufes auswirkte. Sie blickt jedoch optimistisch auf die Staffelwettbewerbe am Wochenende.
Im 100 Meter Hürden-Lauf zogen alle drei deutschen Hürdensprinterinnen ins Halbfinale ein. Rosina Schneider (TV Sulz) zeigte sich in Top-Form und lief im dritten Vorlauf eine neue persönliche Bestzeit von 12,76 Sekunden, die gleichzeitig die beste Zeit aller drei Vorläufe war. Auch Lia Flotow (1. LAV Rostock) erreichte das Halbfinale, obwohl sie nach einem verpassten Start noch etwas zittern musste. Sie belegte mit 12,95 Sekunden den neunten Rang in der Endabrechnung der Vorläufe. Die Deutsche Meisterin Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) war bereits vorab für das Halbfinale qualifiziert. Halbfinale und Finale in dieser Disziplin finden am Dienstagabend statt.
Vanessa Baldé (Hamburger SV) verpasste im 400 Meter Hürden-Lauf knapp den Einzug ins Halbfinale. Sie belegte im zweiten Vorlauf mit 56,52 Sekunden den fünften Platz und ihr fehlten 18 Hundertstelsekunden zum Weiterkommen. Die schnellste Zeit aller Vorläufe erzielte Lena Pressler aus Österreich mit 54,97 Sekunden. Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) steigt als eine der besten Zwölf direkt im Halbfinale ein.
Im 3.000 Meter Hindernis-Lauf der Frauen sicherten sich Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) und Lea Meyer (VfL Löningen) souverän das Finalticket. Sie liefen gemeinsam mit Flavie Renouard aus Frankreich an der Spitze und setzten sich als Trio ab der Hälfte des Rennens von der Konkurrenz ab. Lea Meyer erreichte 9:32,21 Minuten und Gesa Krause 9:32,27 Minuten, was die beiden besten Zeiten in der Qualifikation waren.
Medaillenhoffnungen und Ausblick
Der DLV-Sportboss Dr. Jörg Bügner äußerte sich optimistisch über das Team, das sowohl erfahrene Medaillengewinner als auch junge Athleten umfasst. Er betonte den Anspruch, als Team geschlossen aufzutreten und in der Nationenwertung eine gute Rolle zu spielen. Eine konkrete Medaillenvorgabe gibt es vom DLV nicht, jedoch werden von einigen Prognosen fünf Goldmedaillen für Deutschland erwartet.
Zu den Medaillenhoffnungen zählen unter anderem Leo Neugebauer (26), der Zehnkampf-Weltmeister und Olympia-Silbermedaillengewinner, der um seine erste EM-Medaille kämpft. Seine Entscheidung fällt am Mittwoch und Donnerstag. Malaika Mihambo (32), die bereits Gold bei Olympia, WM und EM gewann, wird voraussichtlich einen Zweikampf um Gold mit Larissa Iapichino austragen. Ihre Entscheidung ist für Sonntag angesetzt. Frederik Ruppert (29), der im Mai einen europäischen Rekord über 3000 Meter Hindernis aufstellte, bereitet sich im Höhentraining vor. Seine Entscheidung ist ebenfalls am Sonntag.
Gesa Krause (34), die bereits zweimal EM-Gold gewonnen hat, kehrt nach einer Phase auf längeren Distanzen zur Hindernisstrecke zurück und hofft auf ihren ersten Titel als Mutter. Ihre Entscheidung ist am Donnerstag. Julian Weber (31), der im vergangenen Jahr bei der WM aufgrund einer Erkältung scheiterte, hat trotz gesundheitlicher Probleme in diesem Jahr die weiteste europäische Wurfweite erzielt. Seine Entscheidung ist für Samstag geplant. Im 3000-Meter-Hindernis-Lauf sind sowohl bei den Frauen (Krause, Meyer) als auch bei den Männern (Ruppert, Bebendorf) jeweils zwei deutsche Athleten unter den Top-Athleten vertreten. Ein Wermutstropfen ist der vorsorgliche Nicht-Einsatz von Sprinter Owen Ansah in den Staffeln wegen eines laufenden Nada-Verfahrens.


Die Leichtathletik-EM in Birmingham läuft vom 10. bis 16. August.
Source: leichtathletik.de