Nizza: Demi Vollering gewinnt Tour de France der Frauen, Antonia Niedermaier holt Weißes Trikot

Tour de France Frauen 2024: Demi Vollering gewinnt Gesamtwertung - Sport - SZ.de

Vollering sichert sich Gesamtsieg

Demi Vollering hat die Tour de France Femmes zum zweiten Mal nach 2023 gewonnen. Die niederländische Fahrerin vom Team FDJ United-Suez verteidigte auf der letzten Etappe, die in Nizza startete und endete, ihr Gelbes Trikot der Gesamtführenden. Sie sicherte sich zudem ihren dritten Etappensieg und ihren fünften Grand-Tour-Titel.

Vollering setzte sich etwa 15 Kilometer vor dem Ziel mit einer Attacke ab, der ihre Rivalin Kasia Niewiadoma nicht mehr folgen konnte. Im Gesamtklassement lag Vollering am Ende 1:18 Minuten vor Niewiadoma. Vollering hatte Niewiadoma die Führungsposition erst auf der vorletzten Etappe abgenommen und war mit einem Vorsprung von acht Sekunden in das Finale gegangen.

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Die neunte Etappe, ein Rundkurs über 99,2 Kilometer mit vier Überquerungen des Col d’Èze, entwickelte sich erneut zu einem Duell zwischen Vollering und Niewiadoma. Vollering revanchierte sich damit für die knappe Niederlage gegen Niewiadoma bei der Tour 2024, als die Polin den Gesamtsieg mit einem Vorsprung von vier Sekunden vor Vollering feierte.

Niedermaier gewinnt Weißes Trikot

Die 23-jährige Antonia Niedermaier aus Bruckmühl bei Rosenheim schrieb Geschichte, indem sie als erste deutsche Radsportlerin seit dem Neustart der Frankreich-Rundfahrt das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin gewann. Niedermaier verteidigte das Trikot souverän vor der Spanierin Paula Blasi auf der neunten Etappe. Im Gesamtklassement verbesserte sich Niedermaier auf einen vierten Platz, nachdem sie beim Giro d’Italia bereits Zweite geworden war.

Antonia Niedermaier gewann das Weiße Trikot der besten Jungfahrerin.
Antonia Niedermaier gewann das Weiße Trikot der besten Jungfahrerin.Philippe Magoni/AP/dpa Credit: sueddeutsche.de

Niedermaier spielte eine wichtige Rolle für ihr Team Canyon/SRAM. Am letzten Anstieg der finalen Etappe sorgte sie für Tempoarbeit, was ihrer Teamkollegin Niewiadoma ermöglichte, eine Attacke auf das Gelbe Trikot zu starten. Vollering konterte diesen Angriff und sicherte sich den Tagessieg.

Auf der 5. Etappe schlüpfte Niedermaier, die als Kletterin bekannt ist, direkt ins Weiße Trikot. Trotz dieses Erfolgs betonte sie ihren Teamgeist und erklärte, dass der Fokus auf dem Gelben Trikot für Niewiadoma liege und das Weiße Trikot ein „netter Bonus“ sei. Die 2026er-Auflage der Tour de France Femmes war die längste und anspruchsvollste Austragung seit der Neuauflage im Jahr 2022.

Spannendes Finale in Nizza

Die abschließende Etappe führte viermal über den Col d’Èze, wodurch das Peloton frühzeitig schrumpfte. Am letzten Anstieg kam es zum Showdown der Rivalinnen, bei dem Vollering ihre entscheidende Attacke setzte. Paula Blasi belegte auf dem neunten Teilstück den zweiten Platz, 1:04 Minuten nach Vollering, während Niewiadoma Dritte wurde und Niedermaier zeitgleich Fünfte.

Marlen Reusser, die drei Tage lang das Gelbe Trikot trug, verlor ihren Podiumsplatz. Sie wurde am zweiten Anstieg abgehängt und stürzte kurz darauf. Zusammen mit ihren Teamkolleginnen, darunter die frühere deutsche Meisterin Liane Lippert, erreichte Reusser das Ziel mit großem Rückstand. Nutznießerin war die zweimalige Giro-Siegerin Elisa Longo Borghini. Niedermaier fehlten 49 Sekunden auf die Italienerin.

Die Tour de France Femmes 2026, die erstmals auch über den Mont Ventoux führte, wurde von den Veranstaltern als voller Erfolg gewertet. Die Fahrerinnen lieferten packende Rennen, und die Spannung blieb bis zum Finale erhalten. Die 31-jährige Niewiadoma warf Vollerings Team nach der Zielankunft der 8. Etappe unsportliches Verhalten vor, da sie von der Französin Celia Gery an einer Schlüsselstelle im Anstieg „absichtlich bis an die Absperrungen abgedrängt“ worden sei.

Vollering gewann die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von etwas mehr als einer Minute auf Niewiadoma.

Source: sueddeutsche.de

Simon Vogel ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.