Dortmund: Sportdirektor kritisiert rote karte im supercup

Der BVB-Sportdirektor Ole Book äußerte nach der Franz-Beckenbauer-Supercup-Niederlage gegen den FC Bayern seinen Unmut über eine späte Rote Karte. Nach dem Spiel, das der BVB mit 1:2 verlor, suchte Book das Gespräch mit Schiedsrichter Daniel Schlager. Der Grund für seine Verärgerung war der Platzverweis für Ramy Bensebaini in der 90. Minute. Book bezeichnete die Entscheidung in der Mixed Zone als „sehr hart“.
Die strittige Szene ereignete sich, als Bayern-Neuzugang Ismael Saibari den Ball nahe der Mittellinie erhielt. Bensebaini grätschte von der Seite heran und traf den Münchner Spieler mit offener Sohle oberhalb des Knöchels. Schiedsrichter Schlager, der nur wenige Meter entfernt stand, zögerte nicht und zeigte sofort die Rote Karte.
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Diskussionen nach dem Platzverweis
Auch nach der Entscheidung wurde die Szene intensiv diskutiert. Selbst Bayern-Star Joshua Kimmich zeigte Verständnis für die Dortmunder Perspektive. Er merkte an, dass die Dynamik der Situation und die Wirkung auf den Schiedsrichter sowie die Spieler eine Rote Karte rechtfertigen könnten. Gleichzeitig äußerte Kimmich die Ansicht, dass eine Gelbe Karte im Nachhinein nicht zu einer Roten Karte geführt hätte, wenn sie zunächst gegeben worden wäre.
Für Bensebaini war der Platzverweis besonders unglücklich, da er zu diesem Zeitpunkt bereits angeschlagen war. Der Verteidiger hatte sich in der zweiten Halbzeit an der Rippe verletzt, spielte aber trotz Schmerzen weiter. Nach dem Spiel musste Bensebaini ins Krankenhaus gebracht werden, wo eine Rippenprellung diagnostiziert wurde.
Eine positive Nachricht für Bensebaini ist, dass die Rote Karte im Supercup keine Auswirkungen auf den Start der Bundesliga-Saison haben wird. Eine mögliche Sperre gilt stattdessen für die nächste Runde im DFB-Pokal.
Prominente Kritik und Fan-Reaktionen
Auch außerhalb des direkten Umfelds der Vereine gab es Reaktionen auf die Schiedsrichterentscheidung. Der ehemalige Tennisstar Boris Becker, bekennender Bayern-Fan, äußerte auf X sein Unverständnis über den Platzverweis. Er schrieb, es sei „keine Rote Karte“ gewesen und bezeichnete die Entscheidung als „Fehler vom Schiri!“.
Becker, der zwischen Mai 2000 und Dezember 2009 fast zehn Jahre lang Mitglied des Verwaltungsbeirates der Münchner war, sympathisiert neben dem FC Bayern auch international mit dem englischen Premier-League-Verein FC Chelsea. Seine Kritik an der Entscheidung zugunsten der Münchner war daher ungewöhnlich.
Für seine Meinung erhielt Becker jedoch auch Gegenwind von zahlreichen Nutzern des Internetportals. Einige Kommentatoren widersprachen ihm vehement. Ein Nutzer schrieb: „Mensch Boris. Auf Knöchelhöhe ohne Ball muss das doch nicht sein, oder? Da kannst du auch mal Rot geben.“ Ein anderer forderte Becker auf: „Bleib bitte beim Tennis.“ Ein weiterer Nutzer meinte, Becker dürfte diese Meinung „recht exklusiv haben“.


Spielverlauf und Ergebnis
Für den BVB stellte die Rote Karte den bitteren Schlusspunkt eines enttäuschenden Abends dar. Zur Halbzeit lag Dortmund nach Toren von Nathaniel Brown in der 28. Minute und Michael Olise in der 45.+1 Minute bereits mit 0:2 zurück. Fabio Silva brachte den BVB in der 75. Minute noch einmal auf 1:2 heran, wodurch ein Ausgleich noch möglich schien.
Trotz der Bemühungen gelang es dem FC Bayern, das 2:1 über die Zeit zu retten und sich damit den ersten Titel der Saison zu sichern, der nach München ging. Für Bensebaini war es bereits der zehnte Platzverweis seiner Profikarriere und der dritte im Trikot des BVB.
Source: bild.de