München: Jamal Musiala soll behutsam wieder in Topform gebracht werden

FC Bayern: Das Bangen bei Jamal Musiala geht von vorne los - SPORT1

Die Ungewissheit um Jamal Musiala beim FC Bayern hält an. Seit seiner Rückkehr Anfang des Jahres steht der Nationalspieler im Fokus, zunächst wegen seiner Teilnahme an der WM und nun wegen seiner rechtzeitigen Rückkehr für die kommende Saison. Nach einer notwendigen Operation, die direkt nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft erfolgte, befindet sich Musiala derzeit noch im Urlaub.

Am Donnerstag wird der 23-Jährige in München zurückerwartet. Ab Freitag soll er an der Säbener Straße die nächste Phase seines Comebacks beginnen. Der Fahrplan für Musiala, der eng mit Trainer Vincent Kompany sowie den Fitness- und Rehatrainern abgestimmt wurde, ist bis ins Detail festgelegt. Das oberste Gebot lautet: Kein Risiko.

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Ein Teil dieses Konzepts ist, dass Musiala nicht an der PR-Tour nach Asien teilnehmen wird. Sportvorstand Max Eberl bestätigte am Mittwoch, dass der Nationalspieler bewusst in München bleiben wird. Eberl erklärte, dass die Entscheidung, auf die Reise zu verzichten, auch mit Blick auf die Belastung zweier Langstreckenflüge getroffen wurde. Die Entfernung einer Platte sei hoffentlich der letzte Schritt für Musiala.

Bayerns Plan für Musialas Comeback

Das Reisen und das umfangreiche Rahmenprogramm der Asien-Tour würden Musiala in seiner aktuellen Aufbauphase keinen Mehrwert bringen. Stattdessen soll er die Zeit nutzen, um unter optimalen Bedingungen weiter an seinem Comeback zu arbeiten. Eberl äußerte sich zuversichtlich, dass Musiala seine Leichtigkeit und seine magischen Momente wiederfinden wird. Der Verein plant, ihn behutsam aufzubauen und wieder auf sein Topniveau zu bringen. Auch Lennart Karl und Serge Gnabry, die zuletzt verletzt waren, werden die Asien-Reise nicht antreten.

Der Plan für Musiala sieht vor, dass er schrittweise ins Mannschaftstraining integriert wird, sobald das Team von seiner Tour zurückkehrt. Die Verantwortlichen möchten dabei nichts überstürzen oder unnötigen Druck aufbauen. Ein Einsatz beim Telekom-Cup wäre zwar ein willkommener Zwischenschritt, hat intern jedoch keine Priorität. Viel wichtiger ist aus Vereinssicht, dass Musiala beim Franz-Beckenbauer-Cup in Dortmund wieder eine ernsthafte Option für Trainer Vincent Kompany darstellt.

Intern herrscht große Zuversicht, dass dieser Fahrplan aufgeht. Der Trainer möchte keinen Druck aufbauen, wie es zuletzt bei verletzten Spielern der Fall war. Musiala soll nach seiner langen Verletzungspause ohne ständigen Blick auf den Kalender und WM-Gedanken an seine Bestform herangeführt werden. Ziel ist es, ihm jene Unbekümmertheit zurückzugeben, die ihn zu einem der Top-Stars in München macht.

Externe Erwartungen und interne Strategie

Von außen wächst der Druck auf Musiala. Lothar Matthäus äußerte sich bei Sky, dass für Musiala „keine Ausreden mehr“ gelten dürften, da die schwere Verletzung inzwischen mehr als ein Jahr zurückliege. Matthäus betonte, dass Musiala die schwere Verletzung endgültig aus dem Kopf bekommen müsse, da er sonst aufgrund der großen Konkurrenz viele Spiele von der Bank aus verfolgen könnte. Er verwies auf das gute Zusammenspiel von Serge Gnabry und Harry Kane sowie die Fähigkeiten von Olise und Karl auf der Zehn.

Intern verfolgt der FC Bayern jedoch einen anderen Ansatz. Im Mittelpunkt steht nicht der schnellstmögliche Einsatz, sondern ein nachhaltiger Aufbau, der Musiala langfristig wieder auf sein höchstes Niveau bringen soll. Jeder Schritt wird genau geplant, und die Verantwortlichen sehen die kommenden Wochen mit Optimismus.

Nach seinem Wadenbeinbruch im vergangenen Sommer verpasste Musiala die komplette Hinrunde. Seit seinem Comeback im Januar zeigte der 23-Jährige sein Ausnahmetalent nur vereinzelt. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada konnte er im Einklang mit dem Rest des deutschen Teams kaum Fuß fassen. Vor dem Turnier gab es Stimmen, die Musialas Teilnahme nicht für klug hielten.

Gerüchte über einen möglichen Wechsel Musialas zu Galatasaray Istanbul, die von türkischen Medien verbreitet wurden, erwiesen sich als falsch. Galatasaray veröffentlichte eine offizielle Erklärung, in der sie die Meldungen dementierten. Musialas Vertrag beim FC Bayern läuft noch bis 2030, und weder der Klub noch der Spieler planen eine Trennung in diesem Sommer.

Kurz nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale unterzog sich Musiala einer Operation, bei der eine Metallplatte im linken Fuß entfernt wurde. Die Saison für den Meister beginnt am 22. August mit dem Supercup gegen Borussia Dortmund.

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Source: sport1.de

Simon Vogel ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.