Garmisch-Partenkirchen: Laura Dahlmeier bleibt im Herzen der Berge

Laura Dahlmeier: Leiche wird niemals geborgen: Mutter erklärt, warum ihre Laura am Berg bleibt

Laura Dahlmeiers letzte Ruhestätte

Die ehemalige Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier, die am 28. Juli 2025 bei einem Kletterunfall am Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben kam, konnte nicht geborgen werden. Ihre Mutter, Susi Dahlmeier, äußerte sich dazu bei der Benennung des „Laura-Dahlmeier-Parks“ in Garmisch-Partenkirchen. Sie erklärte, dass dies der schönste Friedhof sei, den es für Laura gebe, da sie mit dem Herzen der Berge verschmolzen sei.

Lauras Vater, Andreas Dahlmeier, sprach im Oktober 2025 erstmals öffentlich über den Tod seiner Tochter. Er berichtete, dass es nicht möglich gewesen sei, Laura nach Hause zu bringen, da die Bergung nach dem Unfall zu gefährlich war. Ein Bergungsversuch, unternommen von Kletter-Star Thomas Huber und dem US-Alpinisten Tad McCrea im September 2025 auf Wunsch der Eltern, blieb erfolglos, da Laura nicht mehr auffindbar war.

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Thomas Huber beschreibt das Gefühl, als wäre es erst gestern gewesen, und betont, dass Lauras Präsenz und ihre Worte nachhallen und Mut geben sollten, das Leben zu leben. Dahlmeier wurde beim Abstieg auf 5700 Metern Höhe von herabstürzenden Felsen getroffen und erlitt tödliche Verletzungen.

Erinnerungen und unvergessene Freundschaft

Maren Hammerschmidt, eine enge Biathlon-Freundin Dahlmeiers, erinnert sich an ihr letztes Gespräch, in dem Laura von ihrer geplanten Reise zum Laila Peak erzählte. Hammerschmidt beschreibt den immensen Verlust als weiterhin präsent, auch wenn die Trauer langsam besser werde. Anfangs konnte sie keine gemeinsamen Bilder oder Videos ansehen und sprach kaum über ihre Freundin, da es für sie unbegreiflich war, dass der „unzerstörbaren Naturgewalt“ Laura etwas zustoßen könnte.

Dahlmeier, die als ausgebildete Bergführerin und siebenmalige Weltmeisterin zu den besten Bergsteigerinnen der Welt gehörte, brach den Gipfelsturm unter schwierigen Wetterbedingungen ab. Beim Abstieg wurde sie von einem Steinschlag am Kopf getroffen und war mutmaßlich sofort tot. Ihre Kletterpartnerin überlebte den Unfall.

Susi Dahlmeier sieht den Berg als den schönsten Friedhof für Laura, eine Ansicht, mit der sich Hammerschmidt anfangs schwertat, die sie aber mittlerweile teilt. Laura hatte als Extremsportlerin Vorkehrungen für den Fall der Fälle getroffen, darunter ein Testament und die Planung ihrer Beerdigung, obwohl die Freundinnen nie über einen möglichen Tod auf Bergtouren sprachen.

Nach der Trauerfeier am 11. August wurde Hammerschmidt krank, und ihr Körper und ihre Psyche reagierten auf das Geschehene. Sie bereut, nicht mehr Zeit mit Laura verbracht und Gespräche aufgeschoben zu haben. Nun versucht sie, Dinge nicht mehr aufzuschieben und denkt oft an Laura, besonders wenn sie Dinge außerhalb ihrer Komfortzone tut.

Die enge Freundschaft begann im Dezember 2015 beim Weltcup in Hochfilzen, als sie zufällig Zimmerkolleginnen wurden. Die knapp vier Jahre jüngere Dahlmeier wurde zum Star des Teams, was sie jedoch nie zur Schau stellte. Laura, die dem Buddhismus zugeneigt war, gab Hammerschmidt ein Ritual weiter: das Anzünden von Palo Santo, dessen Geruch sie an ihre Freundin erinnert. Laura glaubte an inneren Frieden und nahm sich dafür Zeit.

Kurz vor den Olympischen Spielen 2018 fragte sich Dahlmeier nach dem Tod eines Freundes beim Klettern, ob sie ihrer Leidenschaft weiter nachgehen sollte, entschied sich aber dagegen, da es nicht mehr sie selbst wäre. Hammerschmidt bleiben viele gemeinsame Erlebnisse und eine Kette, die Susi Dahlmeier einst für Laura anfertigte. Der kleine Buddha an dem Schmuckstück gibt Hammerschmidt Ruhe und Stärke. Laura war überzeugt, dass der Tod nicht das Ende ist und dass man auf verschiedenen Ebenen verbunden sein kann. Hammerschmidt glaubt ebenfalls, dass sie ihre Freundin wiedersehen wird, da sie noch einige Gespräche führen müssen.

Rettungsmission und Warnungen

Ein Jahr nach dem Unfall erinnern sich Zeugen an Begegnungen mit Laura Dahlmeier. Die spanische Bergsteigerin María Martín traf Laura Dahlmeier wenige Tage vor dem Unglück im Basislager und beschrieb die dortigen Verhältnisse als bedrohlich, mit wechselhaftem Wetter, Regen, Lawinen, Steinen und Eis.

Martín versuchte, Dahlmeier und ihre Seilpartnerin Marina vor der Gefahr zu warnen und zeigte ihnen Fotos von Lawinen. Sie erklärte in gebrochenem Englisch, dass es gefährlich und unmöglich sei. Doch Dahlmeier ließ sich nicht umstimmen. Die schlimmsten Lawinen gingen erst nieder, nachdem Laura das Basislager bereits verlassen hatte.

Der französische Bergsteiger und Expeditionsleiter Alan Rousseau, der an der Rettungsmission beteiligt war, berichtete, dass sie zuerst das Zelt und dann Lauras leblosen Körper sahen. Dahlmeier hing noch im Seil, und der Schnee um sie herum war schwarz von Fels, Schlamm und Dreck, der die Wand hinabgestürzt war. Nach eingehender Beratung entschieden sich die Retter gegen einen Bergungsversuch, da das Leben der Retter aufs Spiel gesetzt worden wäre.

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In-Erinnerung-an-die-toedlich-verunglueckte-Laura-Dahlmeier-wird-ein-Nachwuchspreis-nach-ihr-benannt Credit: n-tv.de

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Source: bild.de

Simon Vogel ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.