Paris: Deutsche Schwimmer erzielen Rekorde und gewinnen Bronze bei Schwimm-EM

Deutsche Männerstaffel holt Bronze
Die deutsche Männer-Freistil-Staffel hat bei der Schwimm-EM in Paris eine Bronzemedaille über 4×200 Meter gewonnen. Das Team, bestehend aus Lukas Märtens, Timo Sorgius, Jarno Bäschnitt und Cornelius Jahn, erreichte eine neue deutsche Rekordzeit von 7:02,28 Minuten. Sie mussten sich lediglich den Staffeln aus Großbritannien und Frankreich geschlagen geben.
Märtens, der als Startschwimmer ins Becken sprang, äußerte sich stolz über die Leistung: „Ich bin unfassbar stolz. Ich kann das gar nicht beschreiben, was wir da heute geschafft haben. Richtig genial.“ Für Märtens, der bereits Olympiasieger, Weltrekordhalter und Weltmeister ist, war dies eine weitere Medaille auf der großen Bühne. Seine Teamkollegen feierten den größten Erfolg ihrer bisherigen Karrieren.
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Der 20 Jahre alte Bäschnitt betonte die Bedeutung des Erfolgs: „Ich kann gar nicht beschreiben, wie stolz ich darauf bin, mit den Jungs das erreicht zu haben. Das werde ich, glaube ich, nie vergessen.“ Die Staffel brach einen 17 Jahre alten deutschen Rekord, der bei der WM 2009 in Rom aufgestellt wurde.
Rekordflut bei den deutschen Frauen und Luca Armbruster
Auch die deutschen Frauen stellten über 4×200 Meter Freistil einen neuen deutschen Rekord auf. Maya Tobehn, Linda Roth, Nina Holt und Nicole Maier schwammen in 7:49,14 Minuten, verpassten eine Medaille jedoch knapp. Sie lagen 25 Meter vor dem Ziel noch auf dem zweiten Platz, wurden aber am Ende mit einem Rückstand von 0,01 Sekunden Vierte. Gold in diesem Wettbewerb ging an Großbritannien.
Nicole Maier kommentierte die knappe Entscheidung: „Der vierte Platz ist natürlich immer undankbar, aber der deutsche Rekord zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht, auch wenn wir vielleicht nicht ganz glücklich sind.“ Nina Holt fügte hinzu: „Es ist hart, aber so ist der Sport. Wir werden eine Nacht drüber schlafen und morgen geht’s weiter. Das können wir nicht lange auf uns sitzen lassen.“
Der alte Rekord der Frauenstaffel war 20 Jahre alt und wurde 2006 bei einer EM in Budapest aufgestellt. Trotz der verpassten Medaille zeigten die deutschen Schwimmerinnen eine starke Leistung.
Ein weiterer deutscher Rekord wurde von Luca Armbruster über 50 Meter Schmetterling aufgestellt. Der 24-Jährige verbesserte seine eigene Bestmarke auf 22,71 Sekunden und qualifizierte sich als Fünfter für das Finale. Armbruster zeigte sich erfreut: „Ich bin super happy, es ist besser gelaufen, als ich es erwartet hatte.“ Das Finale findet am Dienstag statt.


Weitere deutsche Leistungen und Ausblick
Im Halbfinale über 50 Meter Schmetterling überzeugte Luca Nik Armbruster, indem er seinen eigenen deutschen Rekord um 13 Hundertstelsekunden verbesserte und sich für das Finale am Dienstag qualifizierte. Auch Lise Seidel über 200 Meter Rücken und Melvin Imoudu über 100 Meter Brust schafften den Sprung ins Finale.
Bei den 400 Meter Lagen hatten die deutschen Starter weniger Glück. Cedric Büssing belegte den vierten Platz in 4:14,16 Minuten, während Finn Hammer mit 4:14,31 Minuten Fünfter wurde. Gold in dieser Disziplin ging an den Russen Ilia Borodin, der als Teil eines „Neutralen Teams“ antrat.
Am Dienstagabend wird auch Freiwasser-Europameisterin Isabel Gose im Becken antreten. Nach ihrem Gold im Knockout-Sprint könnte sie über die 800 Meter im Becken weitere Erfolge erzielen. Die Junioren-Europameisterin Linda Roth, die 18 Jahre alt ist, war ebenfalls Teil der Frauenstaffel, die den deutschen Rekord brach.
Nina Holt zeigte auch im Halbfinale über 100 Meter Freistil eine hervorragende Form, obwohl es nicht für ein Finalticket reichte. Sie blieb in 53,81 Sekunden erstmals in dieser Saison unter der Marke von 54 Sekunden und bestätigte ihre Bestzeit auf die Hundertstel genau, womit sie Elfte wurde. Für den Einzug ins Finale wäre eine Zeit von 53,62 Sekunden erforderlich gewesen.
Source: bild.de