Tegernsee: Uli Hoeneß äußert sich zu Max Eberls Zukunft beim FC Bayern

FC Bayern: Wie Max Eberl Uli Hoeneß vom neuen Vertrag als Sportvorstand überzeugte! - BILD

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, hat sich am Tegernsee deutlich zur Zukunft von Sportvorstand Max Eberl geäußert. Hoeneß schätzt die Chancen für einen neuen Vertrag Eberls als Sportvorstand auf „100 Prozent“ ein. Diese Aussage erfolgte am Donnerstagabend am Rande eines Freundschaftsspiels gegen den Kreisklasse-Klub FC Rottach-Egern, das der FC Bayern mit 15:0 gewann.

Eberls aktueller Vertrag läuft bis zum Sommer 2027. Die Äußerungen von Hoeneß deuten darauf hin, dass Eberl spätestens zur Jahreshauptversammlung des deutschen Rekordmeisters am Wochenende vom 20. bis 22. November einen neuen Vertrag vom Aufsichtsrat erhalten könnte. Dem Aufsichtsrat gehören unter anderem Herbert Hainer, Hoeneß selbst und Karl-Heinz Rummenigge an.

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Eberls Weg zur vollen Rückendeckung

Die positive Einschätzung von Hoeneß stellt eine bemerkenswerte Entwicklung dar. Noch am Tag des DFB-Pokalfinals gegen Stuttgart (3:0 am 23. Mai) hatte Hoeneß in einem Podcast „Zweifel“ an Eberls Arbeit geäußert und die Wahrscheinlichkeit einer Vertragsverlängerung auf „60 zu 40“ beziffert. Innerhalb von zwei Monaten stieg diese Einschätzung von 60 auf 100 Prozent.

Ein wesentlicher Faktor für diese Veränderung waren die frühen Einkäufe des Vereins. Hoeneß lobte die Transferaktivitäten von Eberl und Sportdirektor Christoph Freund. Als Beispiel nannte er die Verpflichtung von WM-Shootingstar Ismael Saibari (25) für rund 50 Millionen Euro von Eindhoven. Saibari war ein Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany (40). Hoeneß zeigte sich beeindruckt von Saibaris Leistungen bei der WM und betonte, dass die Entscheidungsgremien den Kauf gerne zugestimmt hätten.

Max Eberl und Uli Hoeneß
Max Eberl und Uli Hoeneß Credit: sportschau.de

Zudem wurde DFB-Linksverteidiger Nathaniel Brown (23) für 50 Millionen Euro plus 5 Millionen Euro Boni von Frankfurt verpflichtet. Hoeneß hob Browns Talent hervor und erwähnte, dass der Spieler trotz Angeboten aus England unbedingt zum FC Bayern wechseln wollte. Die Bayern haben ihre Einkäufe für die aktuelle Transferperiode abgeschlossen und liegen damit weit vor anderen Top-Teams. Eberl hatte die Entscheidungsgremien frühzeitig in die Transferpläne eingeweiht, was Hoeneß dazu veranlasste, von einer „perfekten Transferperiode“ zu sprechen.

Erfolge bei Spielerverkäufen und klare Ansagen

Auch die Verkäufe von Spielern trugen zur positiven Wahrnehmung bei. Obwohl die öffentliche Meinung oft anders lautet, relativierte Hoeneß dies und erklärte, dass bereits über 40 Millionen Euro durch Spielerverkäufe eingenommen wurden. Zu den verkauften Spielern gehören die Talente Noel Aseko (20) für 12 Millionen Euro an Frankfurt, Jonathan Asp Jensen (20) für 6 Millionen Euro an La Coruña und Jonah Kusi-Asare (19) für 6 Millionen Euro an Fulham. Auch die Ersatzkeeper Alexander Nübel (29) für 6,25 Millionen Euro an Besiktas und Daniel Peretz (26) für 8 Millionen Euro an Southampton wurden verkauft, zusätzlich zu einigen Jugendspielern.

Vier Leih-Rückkehrer, darunter João Palhinha (31, zuletzt Tottenham), Sacha Boey (25, Galatasaray), Bryan Zaragoza (24, AS Rom, aktuell in Reha nach einer Knie-Entzündung) und Armindo Sieb (23, Mainz), sind noch nicht abgegeben worden. Hoeneß nahm Eberl jedoch in Schutz und betonte, dass ein Vertrag beim FC Bayern unantastbar sei. Dies bedeutet, dass die Spieler, falls kein passender Abnehmer gefunden wird, im Verein bleiben müssen, auch wenn sie sportlich keine Perspektive unter Trainer Kompany haben.

Ein weiterer Punkt, der Eberls Standing verbesserte, war seine „Klartext-Wandlung“. Am Mittwoch am Tegernsee richtete Eberl eine deutliche Ansage an die Spieler Palhinha, Boey und Zaragoza, die den Verein verlassen sollen. Er erklärte, dass es für sie „relativ hart und kompliziert“ werden würde, wenn sie bleiben, da sie „keine große Rolle spielen“ würden. Eberl kritisierte zudem FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) und dessen Pläne, Teile der WM an Investoren zu verkaufen, und bezeichnete dies als „beschämend“ und „ekelhaft“. Hoeneß äußerte, dass er die Kritik Eberls an Infantino nachvollziehen könne.

Diese offene Kommunikation, die in der Vergangenheit diplomatischer ausfiel, kommt bei den Bayern-Fans gut an und wird als Übernahme der „Abteilung Attacke“ von Hoeneß interpretiert. Eberls Standing im Verein hat sich in den letzten Wochen deutlich verbessert. Der Aufsichtsrat wird voraussichtlich Ende August oder Anfang November über den Vertrag abstimmen, wobei Hoeneß als starker Befürworter im Kontrollgremium agiert.

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Source: bild.de

Clara Schmitt ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.