Andrea Pirlo nicht mehr Kandidat für Italiens Nationaltrainerposten

Werbedeal in Russland: Pirlo wird nicht Italiens Nationaltrainer

Pirlo nicht mehr Kandidat für die Nationalmannschaft

Andrea Pirlo ist nach eigenen Angaben kein Kandidat mehr für den Posten des Cheftrainers der italienischen Nationalmannschaft. Diese Entwicklung folgt auf eine Kontroverse um einen Vertrag mit einem russischen Wettanbieter. Pirlo, der als Wunschkandidat galt, hatte sich zuvor in den Vereinigten Arabischen Emiraten engagiert und war dort in eine berufliche Zusammenarbeit involviert, die nun Gegenstand öffentlicher Diskussionen wurde.

Am Montagmorgen teilte Pirlo auf Instagram mit, dass er in der vergangenen Nacht erfahren habe, nicht mehr für den Cheftrainerposten in Betracht gezogen zu werden. Er äußerte sich „mit großer Verbitterung“ zu den Vorwürfen, die im Zusammenhang mit seiner Verbindung zum russischen Wettanbieter Fonbet aufkamen. Der 47-Jährige, der derzeit als Trainer des Dubai FC tätig ist, betonte, dass die Zusammenarbeit ausschließlich kommerzieller und sportlicher Natur sei.

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Die Kritik an Pirlo entzündete sich an seinem Vertrag mit Fonbet, was beim italienischen Fußballverband FIGC offenbar zu Ungnade führte. Er hatte unter anderem im Mai an einem „Tag des Fußballs“ in Moskau teilgenommen, dessen Veranstalter Fonbet war. Dieser Termin hatte bereits zu diesem Zeitpunkt heftige Kritik hervorgerufen.

Pirlo weist politische Bedeutung zurück

Pirlo wehrte sich gegen die Unterstellung einer politischen Bedeutung seiner beruflichen Zusammenarbeit. Er erklärte, dass die Zuweisung politischer Überzeugungen, die er nie geäußert habe und die nicht seine eigenen seien, ihn irritiere. Er bedauere, dass eine sportliche Entscheidung „schnell in eine öffentliche Auseinandersetzung hineingezogen wurde, die letztendlich meiner Person Bedeutungen und Absichten unterstellte, die mir fremd sind.“

Die russische Herkunft des Unternehmens Fonbet ist vor dem Hintergrund des Konflikts in der Ukraine problematisch, da Pirlos Heimatland Italien eine klare Position auf der Seite der Ukraine einnimmt. Die genaue Prüfung der Verträge von Pirlo liegt nun in der Verantwortung von Verbandspräsident Giovanni Malagò.

Pirlo bedankte sich in seinem Statement bei Paolo Maldini, dem Technischen Direktor der italienischen Nationalmannschaft, und dessen Berater Leonardo für die entgegengebrachte Wertschätzung und das Vertrauen. Er erklärte, dass seine „Liebe zu Italien nicht von einem Jobtitel abhängt. Sie ist Teil meiner Geschichte, meiner Identität, und sie wird mich immer begleiten.“

Auswirkungen auf den Verband und mögliche Nachfolger

Die Entscheidung, Pirlo nicht als Nationaltrainer zu berufen, hat auch Auswirkungen auf die Struktur des italienischen Fußballverbands. Paolo Maldini, der Technische Direktor, hatte offenbar angekündigt, ohne Pirlo nicht mehr für einen strukturellen Neuaufbau zur Verfügung zu stehen. Dies könnte bedeuten, dass der FIGC erneut ohne Technischen Direktor dasteht.

Nach den Absagen von Pep Guardiola war Pirlo der Wunschkandidat für den Cheftrainerposten. Nun werden wieder andere Namen als mögliche Kandidaten gehandelt. Zu diesen gehören Roberto Mancini und Antonio Conte. Die Situation rund um die Besetzung des Trainerpostens der italienischen Nationalmannschaft bleibt damit weiterhin offen und von Unsicherheiten geprägt.

Die Entwicklung zeigt, wie externe Faktoren und kommerzielle Verbindungen die Besetzung wichtiger Positionen im Profifußball beeinflussen können. Die italienische Nationalmannschaft muss nun einen neuen Trainer finden, während die Rolle des Technischen Direktors ebenfalls neu bewertet werden muss.

Die Entscheidung, Pirlo nicht zu berufen, wurde getroffen, nachdem er am Montagmorgen seine Stellungnahme auf Instagram veröffentlichte.

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Source: web.de

Simon Vogel ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.