Zürich: Infantino weist Kritik an Fußball-Weltmeisterschaft zurück

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Kritik an der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfand, entschieden zurückgewiesen. In einer Stellungnahme auf Instagram sprach der Schweizer von der „herausragendsten FIFA-Weltmeisterschaft“ und betonte die Rolle des Fußballs als Symbol für Einheit und Zusammenhalt. Er warf Kritikern vor, Hass und Spaltung zu verbreiten, während die FIFA und die Gastgeber das „größte Ereignis der Welt“ organisiert hätten.
Infantino hob hervor, dass „unsere Welt Liebe, keinen Hass. Toleranz, keine Spaltung“ brauche. Er beklagte, dass Kritiker „Hass und falsche Gerüchte“ verbreiteten und die positiven Aspekte des Turniers bewusst ignorierten. Nach Angaben des Weltverbandes besuchten rund sieben Millionen Menschen aus mehr als 200 Ländern die Spiele in 16 Städten. Während des Turniers habe es „keine Zwischenfälle, keine Feindseligkeiten, keine Gewalt“ gegeben, so der Verbandschef. Milliarden Menschen hätten die WM weltweit verfolgt.
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Reaktion auf Kritikpunkte
Der FIFA-Präsident ging auch auf spezifische Kritikpunkte ein. Er nannte als Beispiel die problemlose Einreise der iranischen Nationalmannschaft in die USA, trotz der politischen Spannungen zwischen den beiden Ländern, sowie die Erteilung von Visa an Millionen von Fans. Er betonte, dass Fußball Menschen verbinde und „größer als Hass und Diskriminierung“ sei. Infantino erwähnte jedoch nicht die Kritik am Einreiseverbot für Schiedsrichter Omar Artan oder die Vorwürfe iranischer Spieler bezüglich ungerechter Behandlung in den USA.
Auch die Kritik an umstrittenen Schiedsrichter- und Disziplinarentscheidungen wies Infantino zurück. Er erklärte, dass Fehler bei Gelben und Roten Karten oder spätere Korrekturen von Sperren auch in den größten Fußball-Ligen der Welt vorkämen und dort akzeptiert würden. Es sei daher „merkwürdig“, wenn gerade Vertreter solcher Länder die FIFA kritisierten. Ein Hintergrund dieser Kritik war die aufgehobene Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun. Balogun hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina eine Rote Karte erhalten, die ihn für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt hätte. Berichten zufolge soll der ehemalige US-Präsident Donald Trump Gianni Infantino gebeten haben, die Sperre zu überprüfen, woraufhin Balogun im Achtelfinale spielen durfte. Dieser Vorgang sorgte weltweit für Empörung.


Infantino betonte stets, dass die Disziplinarkommission unabhängig von Trumps Anruf entschieden habe, während Trump den Eindruck erweckte, persönlich interveniert zu haben. Der FIFA-Präsident verteidigte die Entscheidungen, indem er darauf hinwies, dass „umstrittene“ Schiedsrichterentscheidungen oder „seltsame“ Disziplinarmaßnahmen, wie möglicherweise irrtümlich vergebene Karten oder Entscheidungen, Spieler in bestimmten Situationen nicht zu sperren, in einigen der größten Ligen weltweit an der Tagesordnung seien und allgemein akzeptiert würden.
Zusammenhalt und Zukunft
Der FIFA-Präsident kritisierte zudem, dass Medien und Kritiker nur die Fälle erwähnt hätten, in denen Menschen Visa verweigert worden seien. Er hob hervor, dass „Millionen“ von Menschen einreisen konnten, auch aus Ländern mit Gesundheitskrisen oder anderen Herausforderungen. Er riet seinen Kritikern, „zu meditieren, zu beten oder ein Fußballspiel zu schauen“, anstatt Hass zu verbreiten. Die Kommentarfunktion unter seiner Instagram-Botschaft wurde deaktiviert.
Zum Abschluss seiner Stellungnahme zeigte sich Infantino „unglaublich stolz“ auf die Weltmeisterschaft. Er sagte, sie habe das „Beste der Menschheit“ gezeigt und Hoffnung sowie Zusammenhalt vermittelt. Er betonte, dass die FIFA an vorderster Front stehe, um die beste Show der Welt zu organisieren und dafür zu sorgen, dass Menschen als Familien und Fans zusammenkommen, während andere spalten würden. Die Weltmeisterschaft habe Milliarden auf der ganzen Welt begeistert.
Die FIFA hatte auch Kritik für hohe Ticketpreise und Visa-Beschränkungen für Fans und Offizielle erhalten. Trotz dieser Punkte hob Infantino die friedliche Atmosphäre des Turniers hervor und betonte die verbindende Kraft des Fußballs, der Menschen aus über 200 Ländern in 16 Städten zusammenbrachte.
Infantino hatte auch einen Brief an den Präsidenten des argentinischen Verbands, Claudio Tapia, geschrieben, in dem er der Albiceleste zum Gewinn der Silbermedaille gratulierte. Er lobte die Leistungen des Teams als entscheidend für ein „außergewöhnliches Ereignis“ und sprach von „Leidenschaft, Engagement und der Liebe zu diesem wunderbaren Sport“, die eine vielversprechende Zukunft für den argentinischen Fußball ebnen würden.
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Source: radiohochstift.de