München: Kompany äußert klares Ziel für die Champions League

Titel-Ansage von Bayerns Trainer Vincent Kompany in der Champions League - BILD

Kompany formuliert Champions-League-Ziel

Vincent Kompany, der Trainer des FC Bayern, hat vor dem ersten größeren Testspiel der Saisonvorbereitung ein klares Ziel für die kommende Spielzeit in der Champions League formuliert. In Hongkong, im Rahmen der Asien-Tour des Vereins, erklärte Kompany, dass der Gewinn der Champions League das Ziel sei. Er betonte, dass es daran keinen Zweifel gebe.

Diese deutliche Ansage zum Titelgewinn erfolgte vor dem Testspiel gegen Aston Villa im Kai-Tak-Stadium in Hongkong. Aston Villa ist der aktuelle Europa-League-Sieger und ein Konkurrent in der Champions League.

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Strategie für die Saison

Obwohl Kompany bereits vor dem ersten Pflichtspiel so offen über den siebten Gewinn des Henkelpotts in der Vereinsgeschichte sprach, kündigte er an, die Erfolgsstrategie im Laufe der Saison anzupassen. Er erklärte, dass er während der Saison betonen werde, sich auf das jeweils nächste Spiel zu konzentrieren, da die Champions League nicht im September oder Oktober gewonnen werde. Das erste Spiel der Ligaphase in Europa findet vom 8. bis 10. September 2026 statt. Das Endspiel der Champions League ist für den 5. Juni 2027 in der Atlético-Arena Estadio Metropolitano in Madrid angesetzt.

Kompany strebt nicht nur den Gewinn der Champions League an, sondern spricht auch vom Triple. Er sieht die Meisterschale in München als jährliche Pflicht und den DFB-Pokal als Anspruch des deutschen Rekordmeisters. Um die Bundesliga, den Pokal und die Champions League zu gewinnen, sei es entscheidend, dass alle Spieler fit seien. Er hob die Notwendigkeit der Fitness der gesamten Mannschaft hervor und betonte, dass der Kader weiterhin so genutzt werden müsse, wie es bisher geschehen sei. Zudem hätten einige Sommertransfers den Kader seiner Meinung nach noch verstärkt, was die Chancen auf das Erreichen der Ziele hoffentlich erhöhe.

In der vergangenen Saison verpassten die Bayern das dritte Triple der Klubhistorie knapp, nachdem sie im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain ausschieden. Die Mannschaft erzielte in vier Wettbewerben 184 Treffer, davon 122 in der Bundesliga, was einen Rekord darstellt. Angesichts dieser Leistungen merkte Kompany an, dass es schwer sei, sich noch zu steigern, da es nicht nur um die Anzahl der gewonnenen Trophäen gehe, sondern auch um die Zahl der Siege und der erzielten Tore. Er bezeichnete dies als Herausforderung, die jedoch das Ziel sein müsse.

Vorsichtige Belastungssteuerung nach der WM

Parallel zu den ambitionierten Zielen verfolgt der FC Bayern eine vorsichtige Strategie zur Belastungssteuerung der Spieler, insbesondere nach der anstrengenden Weltmeisterschaft. Trainer Vincent Kompany hat für die Profis einen detaillierten Einsatzplan erstellt, um eine Verletzungswelle zu verhindern. Er beschrieb die Einsatzzeiten als „fast wissenschaftlich“ eingeplant.

Nach dem Trainingslager am Tegernsee befindet sich der Rekordmeister auf Asienreise, was für die WM-Teilnehmer eine zusätzliche Belastung darstellt. Kompany erklärte am Rande des Testspiels gegen Jeju, dass die Einsatzminuten genau festgelegt wurden, um die Spieler Schritt für Schritt wieder an die volle Belastung heranzuführen, ohne unnötige Risiken einzugehen. Ziel ist es, zu verhindern, dass die hohe Belastung der vergangenen Monate, insbesondere durch die WM, früh in der Saison ihren Tribut fordert. Bei der Einsatzsteuerung stehe nicht das Ergebnis der Testspiele im Vordergrund, sondern die körperliche Entwicklung jedes einzelnen Spielers.

Ein Beispiel für diese vorsichtige Steuerung war die Auswechslung von Innenverteidiger Min-jae Kim nach knapp 35 Minuten im Testspiel gegen Jeju. Dies geschah nicht aufgrund einer Verletzung, sondern als Teil des zuvor festgelegten Belastungsplans. Der Südkoreaner, der immer wieder mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen hatte, sollte nach den intensiven vergangenen Monaten bewusst nicht überfordert werden. Später im Spiel, in der 61. Minute, wurden unter anderem die deutschen Nationalspieler Nathaniel Brown, Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic eingewechselt. Spieler wie Harry Kane, Michael Olise und Dayot Upamecano, die jeweils im EM-Halbfinale standen, befinden sich noch im Urlaub. Rekonvaleszenten wie Jamal Musiala und Neuzugang Ismael Saibari traten die Asienreise aufgrund von Reha-Maßnahmen nicht an.

Der Verein verfolgt einen klaren Plan zur Steigerung der Belastung. Spieler, die im Testspiel in Jeju rund 30 Minuten auf dem Platz standen, sollen im Testspiel gegen Aston Villa voraussichtlich 60 Minuten absolvieren. Das gleiche Prinzip gilt umgekehrt für diejenigen, die bereits in Jeju eine Stunde gespielt haben. Kompany äußerte die Erwartung, dass die Spieler die 60 Minuten spielen können. Tom Bischof und Arijon Ibrahimovic, die die gesamte Vorbereitung mit der Mannschaft absolviert haben, könnten laut dem belgischen Trainer etwas mehr Spielzeit erhalten als andere Kollegen.

Diese vorsichtige Herangehensweise ist auch eine Lehre aus der vergangenen Saison, in der der FC Bayern besonders im Endspurt mit Verletzungen und hohen Belastungen bei zahlreichen Stammspielern zu kämpfen hatte. Die Münchner wollen nach der zusätzlich kräftezehrenden WM offenbar kein Risiko eingehen und steuern die Einsatzzeiten ihrer Profis so genau wie möglich, um die Fitness der gesamten Mannschaft zu gewährleisten.

Source: bild.de

Simon Vogel ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.