Pogacar erlebt Gänsehautmoment nach Edel-Eskorte für Teamkollegen

"Unvergesslicher" Moment: Edel-Eskorte für Teamkollege beschert Pogacar Gänsehaut

Pogacars Einsatz für Del Toro

Tadej Pogacar beschrieb nach der Königsetappe der 113. Tour de France einen besonderen Moment, der ihm Gänsehaut bereitete. Er erklärte, dass er sich die Arme rasiere, da ihm sonst die Haare zu Berge gestanden hätten. Dieser Moment, den er als fantastisch und unvergesslich bezeichnete, ereignete sich, als er im Gelben Trikot seinen Teamkollegen Isaac Del Toro unterstützte.

Pogacar fungierte als „Edel-Eskorte“ für Del Toro während des anspruchsvollen Kletter-Spektakels hinauf nach Alpe d’Huez. Durch diese Unterstützung sicherte sich Del Toro das Weiße Trikot und den dritten Platz in der Gesamtwertung. Das Duo fuhr gemeinsam ins Ziel und zeigte dabei ihren charakteristischen Jubel, indem sie mit den Zeigefingern an der Stirn Stierhörner simulierten.

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Pogacar äußerte sich erfreut über seine Rolle: „Es war für mich eine Ehre, in den letzten zwei Stunden des Rennens für Isaac zu arbeiten. Ich habe das mit großer Freude getan.“ Normalerweise übernehmen seine Teamkollegen im Team UAE Emirates-XRG die schwere Arbeit für ihn. Er merkte an, dass die Leute vielleicht darüber sprechen würden, wie er Isaac aufs Podium geholfen habe, betonte aber auch, dass Del Toro ihm zuvor geholfen hatte, ins Gelbe Trikot zu gelangen.

Del Toros Kampf und Potenzial

Isaac Del Toro, der vor Pogacar die zweite Etappe nach Barcelona gewonnen hatte, gilt als potenzieller Nachfolger Pogacars sowohl im Team als auch im Peloton. Der 22-jährige Mexikaner beendete seine erste Tour de France auf dem Podium, ähnlich wie der deutsche Fahrer Florian Lipowitz im Vorjahr.

Nach der 20. Etappe sprach Del Toro offen über seinen Gesundheitszustand während des Rennens. Er gab zu, dass er versucht hatte, seine Schwäche zu verbergen: „Ich habe versucht, zu verhindern, dass sie mich schwach sehen. Du sagst, dass du okay bist, aber so war es nicht.“ Die Mannschaft habe ihm dabei geholfen, diese Schwierigkeiten zu überwinden.

Es sei „kein Geheimnis“, dass das Team UAE Team Emirates-XRG während dieser Frankreich-Rundfahrt mit Krankheitsproblemen zu kämpfen hatte. Besonders vor der Alpen-Trilogie, die die 18. bis 20. Etappe umfasste, litten mehrere Fahrer des Teams unter gesundheitlichen Beschwerden. Adam Yates hatte beispielsweise auf dem 17. Teilstück Magenprobleme und berichtete, „wie ein Hund“ gelitten zu haben. Auch Tim Wellens klagte über Halsschmerzen und ein allgemeines Unwohlsein.

Trotz dieser Herausforderungen sei „mehr als die Hälfte unserer Mannschaft nach wie vor in Topform“ gewesen, darunter auch Tadej Pogacar, der seine Führung in der Gesamtwertung unbeeindruckt behauptete. Del Toro gestand jedoch, dass er „gelitten“ habe und die vergangenen drei Tage der Grand Tour auf eine andere Art sehr schmerzhaft für ihn gewesen seien, ohne die genaue Art seiner Erkrankung zu nennen.

Die Teamkollegen unterstützten ihn stark. Del Toro zeigte sich bewegt von der Hilfe Pogacars und sagte: „Ich bin sehr emotional im Moment. Ich bin Tadej sehr dankbar, weil er sich wirklich für mich eingesetzt hat. So etwas habe ich zuvor noch nie gesehen.“ Er fügte hinzu, dass er noch nie so viel Druck in seinem Leben erlebt habe und es nicht einfach gewesen sei, auf dem Podium zu landen, da er etwas krank war und sich nicht gut fühlte.

Pogacar sieht großes Potenzial in Del Toro, möchte ihn aber nicht unter Druck setzen. Er beschrieb Del Toro als jung, intelligent, talentiert und mit einem starken Motor ausgestattet. Pogacar betonte, dass er dies nicht mehr viele Jahre machen werde und lobte Del Toros enormes Potenzial. Nils Politt vom Team UAE Emirates-XRG bestätigte, dass der Plan war, Isaac auf dem Podium zu halten und das Weiße Trikot mit nach Hause zu nehmen, was sie erreicht hätten.

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Tadej Pogacar feiert mit Isaac Del Toro.(Foto Credit: n-tv.de

Erfolge und Ausblick

Die Königsetappe der Tour de France 2026, die über den Col de la Croix-de-Fer, den Col du Telegraphe, den Col du Galibier und den Col de Sarenne nach Alpe d’Huez führte, war eine harte Kletterpartie über 170,9 Kilometer. Am Ende triumphierte Richard Carapaz (EF Education – EasyPost), der sich damit auch das Bergtrikot sicherte.

Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurde Etappenzweiter, nachdem Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) in der letzten Abfahrt zweimal gestürzt war. Pogacar belegte den vierten Platz auf der Etappe und drückte seinen Respekt für die Leistung seiner Teamkollegen in den letzten drei Wochen aus. Er dankte jedem Einzelnen für die geleistete Arbeit.

Isaac Del Toro wird am Sonntag mit dem Weißen Trikot des besten Jungprofis der Tour auf den Champs-Élysées einfahren, trotz aller sportlichen und außersportlichen Hürden, die sich ihm während der Frankreich-Rundfahrt stellten.

Felix Großschartner von UAE – Emirates – XRG erklärte, dass das Wichtigste war, gemeinsam mit Isaac das Podium in der Gesamtwertung abzusichern, auch wenn sie zunächst überlegt hatten, ob es für einen Etappensieg reichen könnte. Er merkte an, dass Carapaz extrem stark war und nicht alle im Team auf dem Höhepunkt ihrer Form gewesen seien. Großschartner selbst hatte einen seiner besten Tage, aber die Sicherung von Del Toros Podiumsplatz hatte Priorität.

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Source: n-tv.de

Simon Vogel ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.