Rabat: Fifa-Spitze sichert Gianni Infantino volle Unterstützung zu

Zukunft von Gianni Infantino: Fifa verkündet Ergebnis von Krisensitzung - BILD

Fifa-Führung demonstriert Geschlossenheit

Die Führung des Fußball-Weltverbandes Fifa hat nach einer Krisensitzung in Rabat, der Hauptstadt Marokkos, ihre Geschlossenheit demonstriert. In einer Erklärung wurde die uneingeschränkte Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) bekräftigt. Der Fifa-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder der Fifa-Geschäftsleitung sicherten Infantino ihre volle Rückendeckung zu. Diese Entwicklung kommt, obwohl es im Vorfeld Kritik an Infantino gab und einige Verbände mit einem Boykott der Weltmeisterschaft drohten.

Umgekehrt sprach Infantino auch seinem Generalsekretär Mattias Grafström (45) seine volle Unterstützung aus. Dies geschah, obwohl Grafström sich zuvor öffentlich von Infantino distanziert und in einer internen E-Mail von einer „traurigen Reihe von Ereignissen“ gesprochen hatte. Trotz dieser internen Spannungen saßen Grafström und Infantino am Mittwochabend gemeinsam auf der Tribüne beim Spiel des Africa Cup of Nations der Frauen zwischen Malawi und Sambia.

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Reaktionen auf Kritik und Zukunftsaussichten

Im Zuge der Investoren-Affäre gab es einen erheblichen Sturm der Entrüstung. Viele Verbände drohten mit einem Boykott der Weltmeisterschaft, und die Uefa entzog dem Schweizer offiziell das Vertrauen. Allerdings reichen die Gegenstimmen der 55 Uefa-Länder bei insgesamt 211 Fifa-Mitgliedern nicht aus, um den Präsidenten seines Amtes zu entheben. Insider gehen davon aus, dass Infantino, der seit 2016 im Amt ist, im März wiedergewählt wird.

Der Weltverband räumte in seiner jüngsten Erklärung auch Fehler ein. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, dem Fifa-Rat und den Mitgliedsverbänden das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein. Die Fifa erklärte, der Prozess hätte anders gehandhabt werden sollen. Diese Stellungnahme erfolgte angesichts der scharfen Kritik, die an den Investorenplänen geäußert wurde, welche später verworfen wurden.

Die Fifa betonte zudem, dass sie keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen werde, um ihren Ruf zu verteidigen. Diese Aussage folgte auf einen Bericht der „Times“, der für Aufsehen sorgte. Dem Bericht zufolge soll Infantino Marokko die Austragung des WM-Finals 2030 versprochen haben, im Gegenzug für die Unterstützung des Landes. Die Fifa dementierte diesen Bericht umgehend und erklärte, es sei falsch und irreführend, zu behaupten, der Fifa-Präsident habe ein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben. Eine Entscheidung werde zu gegebener Zeit getroffen.

Fifa-Chef Infantino in Rabat: Einigkeit nach der Notfallsitzung
Fifa-Chef Infantino in Rabat: Einigkeit nach der NotfallsitzungFoto Credit: spiegel.de

Die Weltmeisterschaft 2030 wird von Spanien, Portugal und Marokko gemeinsam ausgerichtet. Die ersten drei Spiele des Turniers sollen in Südamerika stattfinden, genauer gesagt in Uruguay, Argentinien und Paraguay. Der Bericht der „Times“ erwähnte zudem, dass das Finale im neuen Hassan-II.-Stadium in Casablanca mit 115.000 Plätzen stattfinden sollte, was als Affront gegen Spanien und Europa gewertet wurde. Die Fifa hat diese Behauptungen jedoch klar zurückgewiesen.

Die Notfallsitzung in Rabat und die anschließende Erklärung unterstreichen die Bemühungen der Fifa-Führung, nach den jüngsten Kontroversen ein Bild der Einheit und Stabilität zu vermitteln. Trotz der internen Meinungsverschiedenheiten, wie sie durch Grafströms Äußerungen deutlich wurden, scheint die Führungsebene hinter Infantino zu stehen. Die Fifa-Spitze hat ihre Unterstützung für den Präsidenten bekräftigt und gleichzeitig Fehler in der Kommunikation bezüglich der Investorenpläne eingeräumt.

Die Situation um die Investorenpläne hatte in der Fußballwelt für Empörung gesorgt, obwohl Infantino die Idee später verwarf. Dennoch wächst der Widerstand gegen ihn, insbesondere in Europa. Die Fifa-Führung hat jedoch klargestellt, dass sie Angriffe auf ihre Integrität nicht dulden wird und Maßnahmen zum Schutz ihres Rufs ergreifen wird. Die Entscheidung über den Austragungsort des WM-Finals 2030, die laut Fifa noch aussteht, bleibt ein wichtiges Thema für die Zukunft des Verbandes.

Source: bild.de

Clara Schmitt ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.