Uefa plant Krisensitzung zu Fifa-Plänen am Donnerstag

Fußball: Uefa plant Krisensitzung zu Fifa-Plänen am Donnerstag

Uefa berät über Fifa-Pläne

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat alle europäischen Mitgliedsverbände zu einer Krisensitzung am Donnerstag einberufen. Grund dafür ist der angekündigte Verkauf von Teilen der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren durch die Fifa. Die Sitzung, die am Nachmittag stattfinden soll, wird die Spitzen der 55 Landesverbände zusammenbringen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Berichten zufolge könnte dabei auch ein möglicher WM-Boykott zur Sprache kommen.

Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness äußerte sich „zutiefst besorgt“ über die Investorenpläne der Fifa und stellte sich hinter die Erklärung der Uefa. Sie betonte, dass die jüngsten Entwicklungen nicht isoliert betrachtet werden könnten. Der norwegische Fußballverband habe „über längere Zeit“ Bedenken hinsichtlich mangelhafter Prozesse in der Fifa-Führung geäußert, darunter fehlende Transparenz und ein notwendiger Abstand zu externen Interessenten.

Casino Boni

1
Winbeatz
5.0/5

100% bis zu 500€ + 200 Freispiele

  • Willkommenspaket bis zu 1.500€
  • 10% wöchentliches Cashback
2
Thor Fortune
5.0/5

100% bis zu 750€ + 150 Freispiele

  • Bis zu 2.000€ auf die ersten 3 Einzahlungen
  • 25% Reload-Bonus jeden Montag
3
Roulettino
5.0/5

150% bis zu 300€ + 100 Freispiele

  • Willkommensbonus bis zu 1.000€
  • 50 Freispiele jeden Freitag

Alle Casino-Boni →

Auch Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), schloss sich der Kritik an. Er bezeichnete die Öffnung der Fußball-WM für Investoren als „fatales Zeichen“. Neuendorf erklärte, dass der Fußball von der Akzeptanz der Gesellschaft lebe und nicht zum „Spielball von Investoren“ gemacht werden dürfe. Die Pläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino seien „überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig“.

Infantino verteidigt sein Vorhaben

Fifa-Präsident Infantino wies die Kritik in einem Video zurück und bezeichnete sein Vorhaben als „Vorschlag, ein Angebot, Teil eines demokratischen Beratungsprozesses“. Er betonte, es sei eine Gelegenheit, aber keine Verpflichtung. Das geplante Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE), das alle Fifa-Wettbewerbe verwalten und vermarkten soll, werde nur mit Zustimmung der Mehrheit der 211 Nationalverbände und des Fifa-Councils gegründet.

Infantino verspricht sich davon die „Erschließung bisher nicht realisierter Werte“ und sieht die Stärkung der „kommerziellen Seite des Fußballs“ als „logischen nächsten Schritt“ in der Entwicklung. Er argumentierte, dass bisher zu wenig von den gestiegenen Fifa-Einnahmen bei den Mitgliedsverbänden ankomme. Diese Zahlungen seien wichtig, um in bessere Fußballplätze und stärkere Nationalmannschaften investieren zu können und den Weg „für Jungen und Mädchen überall auf der Welt“ zu ebnen.

Die Fifa bestätigte das Vorhaben, Anteile an Fußball-Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen, nachdem britische Medien darüber berichtet hatten. Die Gründung des neuen Unternehmens FFE soll alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln. Die Mehrheit des Unternehmens soll bei der Fifa bleiben, während „sorgfältig ausgewählte“ Investoren Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte erwerben könnten.

Die Investorengruppe soll von Thrive Eternal angeführt werden, einer privaten Kapitalgesellschaft unter der Leitung von Joshua Kushner. Dieser ist der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Die Pläne bedürfen der Zustimmung der Mehrheit der Mitgliedsverbände und des Councils, dem auch DFB-Chef Bernd Neuendorf angehört.

Scharfe Kritik aus Europa

Die Uefa hatte zuvor erklärt, dass mit diesen Plänen eine „Grenze überschritten“ werde. Der Verband teilte mit, die Uefa nehme diese Angelegenheit äußerst ernst und forderte alle nationalen Fußballverbände auf, dies ebenfalls zu tun. Es wurde betont, dass „die Seele und die Führung des Fußballs keine Vermögenswerte sind, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der Fifa, ihn zu verkaufen.“

Der neue britische Premierminister Andy Burnham kritisierte ebenfalls die Pläne. Er sagte, der Fußball gehöre nicht den Investoren, sondern den Menschen, die die Tribünen füllen. Die WM sei „kein Produkt, sie ist der großartigste Wettbewerb auf der Welt. Sie hat niemals jemandem gehört, damit man sie verkaufen kann. Der Fußball hat immer den Anhängern gehört, und er wird es auch immer.“

Infantino hatte bereits vor acht Jahren ähnliche Pläne verfolgt, die jedoch scheiterten. Diesmal sollen alle 211 Mitgliedsverbände der Fifa profitieren, wobei jeder Anteile erhalten soll, die gehalten oder verkauft werden können. Die Fifa beabsichtigt, innerhalb der nächsten vier Jahre zehn Milliarden Dollar in die weltweite Entwicklung des Fußballs zu investieren, auch mit Hilfe der zusätzlichen Einnahmen.

Ein Fifa-Sprecher bestätigte, dass Thrive die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen soll. Die Pläne werden den 211 Mitgliedsverbänden und dem Fifa-Rat vorgelegt, die die Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit sind.

Fifa-Präsident Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen. Die Uefa reagierte mit scharfer Kritik an den Plänen.Quelle:WELT TV
Fifa-Präsident Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen. Die Uefa reagierte mit scharfer Kritik an den Plänen.Quelle:WELT TV Credit: welt.de

Ein solcher Deal könnte auch Auswirkungen auf Infantinos Aufgaben bei der Fifa haben. Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte der 56-Jährige nach dem Ende seiner bis 2031 erwarteten letzten Amtszeit als Fifa-Präsident das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten. Ein Fifa-Sprecher erklärte jedoch, dass noch nie darüber gesprochen wurde, ob Infantino nach Ablauf seiner letzten Amtszeit ein solches Amt übernehmen würde.

Der Fifa-Präsident und die Fifa-Verwaltung müssten jedoch – sofern es genehmigt wird – führende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gemäß den Statuten des Weltverbandes die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft zu behalten.

Read Also

Source: zeit.de

Simon Vogel ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.