Europa und Nordamerika lehnen Infantinos Milliarden-Plan ab

Slowenischer Anwalt torpediert Infantinos Milliarden-Plan

Widerstand gegen FIFA-Investorenpläne

Die FIFA sieht sich mit erheblichem Widerstand gegen ihre Pläne konfrontiert, Anteile an der Weltmeisterschaft und weiteren Turnieren an private Investoren zu verkaufen. Sowohl die UEFA als auch die CONCACAF haben sich gegen das Vorhaben von FIFA-Präsident Gianni Infantino positioniert. Die UEFA, unter der Führung von Aleksander Ceferin, hat sogar einen Boykott aller FIFA-Wettbewerbe angedroht, sollte der Plan nicht vollständig verworfen werden.

Die UEFA organisierte innerhalb kurzer Zeit einen geschlossenen Widerstand der 55 Mitgliedsstaaten. Dieser Widerstand wurde in drei Phasen deutlich: Zunächst gab es Empörung über die Pläne, gefolgt von Spott über das kolportierte Ultimatum. Der dritte Akt war der offene Bruch mit der FIFA und die Androhung eines Boykotts ab sofort. Die UEFA betonte, dass keine Nationalmannschaften aus Europa an FIFA-Wettbewerben teilnehmen werden, solange die Vorschläge bestehen bleiben, es sei denn, der Plan wird vollständig aufgegeben und verbindliche Zusicherungen gegeben, dass die FIFA ihre Führung oder Wettbewerbe nie wieder für private Eigentümer öffnet.

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Die CONCACAF, der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik mit 41 Mitgliedern, schloss sich den Europäern an und lehnte Infantinos Pläne ebenfalls ab. Damit positionieren sich auch die drei WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada gegen den Plan. Die CONCACAF kritisierte dabei das fehlende ordnungsgemäße Verfahren, die verkürzte Frist und das Fehlen jeglicher Prüfung durch die zuständigen FIFA-Gremien, drohte jedoch keinen Boykott an.

Reaktion der FIFA und frühere Auseinandersetzungen

Die FIFA hat die Kritik an ihren Investorenplänen zurückgewiesen und ihr Vorhaben bekräftigt. In einer Mitteilung erklärte der Weltverband, die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken zur Kenntnis zu nehmen und zu respektieren. Gleichzeitig betonte die FIFA ihr Bekenntnis zu einem offenen und demokratischen Konsultationsprozess, der durch „fehlerhafte Berichterstattung in den Medien“ gestört worden sei.

Die Gründung einer Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) sei ausschließlich vorgeschlagen worden, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen. Die FIFA stellte klar, dass „niemand den Fußball verkauft“ und dies etwas sei, das der Weltverband „niemals in Betracht ziehen würde“.

Aleksander Ceferin, der seit 2016 die UEFA leitet und im kommenden Jahr nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren möchte, hat bereits in der Vergangenheit Widerstand gegen Infantinos Pläne geleistet. Dies zeigte sich bei Infantinos gescheiterten Milliardenplänen im Jahr 2018 und bei der von Topclubs erdachten und vorbereiteten Super League, die Ceferin und die UEFA 2021 scheitern ließen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat volles Vertrauen in Ceferins Handeln und in ihn als Person, wie Präsident Bernd Neuendorf einmal äußerte.

Vergabe der EM der Fußballerinnen 2029
Ceferin (l.) ist in Europa unumstritten. (Archivbild)© dpa / Cyril Zingaro/KEYSTONE/dpa Credit: web.de

Ultimatum und mögliche Konsequenzen

Infantino hatte den Mitgliedsverbänden zuvor eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um den Plänen zuzustimmen. Eine einfache Mehrheit unter den 106 Mitgliedern sei demnach ausreichend, um das Investoren-Vorhaben durchzusetzen. Mit den 55 europäischen und 41 nordamerikanisch-karibischen Stimmen gegen ihn dürfte es für Infantino schwierig werden, eine Mehrheit zu erreichen.

Die UEFA sieht bereits seit längerem „rote Linien“ überschritten. Dies zeigte sich nach dem Skandal um Folarin Balogun, dessen Rotsperre für das Achtelfinale der WM erlassen wurde, nachdem US-Präsident Donald Trump bei Infantino angerufen hatte. Damals sprach die UEFA davon, dass die Integrität des Spiels auf dem Prüfstand stehe.

Sollte die FIFA den Plan mit den Investoren nicht vor Ende der Frist am 19. September verwerfen, könnte dies zu weitreichenden Konsequenzen im Weltfußball führen. Im September soll die U20-WM der Frauen in Polen stattfinden, und im Oktober sind Playoff-Spiele für die Frauen-WM 2027 in Brasilien angesetzt. Die offene Drohung der UEFA könnte zu einem großen Chaos führen, falls die FIFA an ihren Plänen festhält.

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Source: web.de

Clara Schmitt ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.