Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini entschuldigt sich bei Rückkehr

Roberto Mancini, der neue und alte Fußball-Nationaltrainer Italiens, hat sich bei seiner Rückkehr in sein Amt entschuldigt. Der 61-Jährige äußerte sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Rom zu seinem früheren Abschied nach Saudi-Arabien und Katar. Er verglich das Trikot der Nationalmannschaft mit der „Frau des Lebens“ und betonte, dass er etwas falsch gemacht habe, als er es verlor.
Mancini war 2023 als Italiens Nationaltrainer zurückgetreten, um ein hochdotiertes Engagement in Saudi-Arabien anzunehmen. Dieser Wechsel brachte ihm damals viel Kritik ein. Nun soll er die Squadra Azzurra wieder zu Erfolgen führen.
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Mancinis Rückkehr und die Krise des italienischen Fußballs
Der italienische Fußball befindet sich seit einiger Zeit in einer Krise. Die viermaligen Weltmeister verpassten im Frühjahr zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Der einzige größere Titel in der jüngeren Vergangenheit war die Europameisterschaft 2021, die Italien unter Mancinis Führung gewann.
Bei seiner ersten Pressekonferenz sprach Mancini offen über die Umstände seines Wechsels. Er erklärte, es habe einen Mangel an Kommunikation zwischen ihm und dem damaligen Präsidenten Gabriele Gravina gegeben. Mancini versprach, die Nationalmannschaft so gut spielen zu lassen, dass die Fans ihm verzeihen werden.
Der Posten des Commissario Tecnico war seit Anfang April vakant, nachdem Gennaro Gattuso zurücktreten musste. Italien scheiterte damals in einem Entscheidungsspiel zur WM-Qualifikation an Bosnien-Herzegowina. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich schwierig, bis Mancinis Rückkehr feststand.
Mancini war bereits von 2018 bis 2023 Nationaltrainer. Der Höhepunkt seiner ersten Amtszeit war der Gewinn der EM 2021 im Elfmeterschießen gegen England. Zwei Jahre später soll er einen Vierjahresvertrag in Saudi-Arabien für 25 Millionen Euro pro Saison unterschrieben haben. Dort blieb er jedoch nur etwas mehr als ein Jahr, bevor er zum Verein Al-Sadd nach Katar wechselte.
Neuanfang mit bewährten Kräften
Der Neuanfang des italienischen Fußballs soll nun mit bewährten Kräften gelingen. Neben Mancini als Trainer wurde Claudio Ranieri als Direttore tecnico (Sportdirektor) verpflichtet. Ranieri, der in seiner Karriere viele Vereine in der Serie A trainiert hat, war zuletzt bei der AS Rom unter Vertrag.
Ranieri, 74 Jahre alt, hat in seiner Laufbahn Klubs in Italien, England, Frankreich und Spanien zu Meisterschaften und Pokalsiegen geführt. Er war auch Nationaltrainer in Griechenland. Das Duo Mancini-Ranieri könnte eine Erfolgsformel für den italienischen Fußball werden, wenn man ihnen Zeit gibt, möglicherweise bis zur WM 2030.
Die jüngsten Monate waren von Turbulenzen geprägt, die mit dem Scheitern Italiens in der Qualifikation für die WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA begannen. Nach der Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina im Elfmeterschießen trat Nationaltrainer Gattuso zurück. Auch der damalige FIGC-Präsident Gravina legte sein Amt nieder.
Im Juni wurde Giovanni Malagò zum Nachfolger Gravinas gewählt. Malagò hatte sich zuvor als Chef des Nationalen Olympischen Komitees bewährt. Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer gestaltete sich jedoch schwierig, da Trainer wie Pep Guardiola und Carlo Ancelotti absagten.
Auch Andrea Pirlo, der als Wunschkandidat des damaligen Technischen Direktors Paolo Maldini galt, bekam den Job nicht. Politische Erwägungen könnten hier eine Rolle gespielt haben, da Pirlo als Markenbotschafter eines russischen Sportwetten-Portals tätig war. Bei Mancini, der ebenfalls für einen umstrittenen Arbeitgeber in Katar tätig war, wurde möglicherweise ein Auge zugedrückt, da er zahlreiche Erfolge als Trainer vorweisen kann.
Die nächsten Spiele für Italien in der Nations League sind Ende September gegen Belgien und die Türkei, gefolgt von einem Spiel gegen Frankreich.




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Source: welt.de